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Unternehmensbesuch bei "Barrique"

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19. Februar 2010 2 Kommentare

Faire Bedingungen für Wettbewerb und Handel standen im Mittelpunkt der Informationsgespräche bei "Barrique" in Groß Lobke.

Der europäische Binnenmarkt mit seinen Vorschriften, Problemen und Chancen stand im Mittelpunkt eines Besuchs des SPD - Europaabgeordneten Bernd Lange in der Groß Lobker Firma Barrique GmbH. Der auf Initiative des SPD Gemeindeverbandes Algermissen zustande gekommene Termin führte zu einem ausführlichen Dialog über handelsspezifische Fragen vom Verbraucherschutz und Haftung bis hin zu noch bestehenden Handelsbeschränkungen. Barrique Geschäftsführer Hans-Heinrich Bendix nutzte die Möglichkeit, dem EU-Abgeordneten Bernd Lange sowie den Vertretern des SPD Gemeindeverbandes seine praktischen Erfahrungen darzustellen. Am Beispiel vom schottischen Single Malt Whiskey und kretaeischen Olivenöl kritisierte er den wiedererstarkenden Protektionismus einzelner EU-Mitgliedsstaaten. So habe man u.a. in England Vorschriften erlassen, die eine Etikettierung als „Schottischer Whiskey“ allein deshalb nicht zulassen, da der über viele Jahre in Barriquefässern ausgebaute Whiskey beim Abfüllen in Flaschen durch „Groß Lobker Luft“ geschmacklich beeinträchtigt werden könnte.

Bernd Lange setzt darauf, dass die EU der Politik der nationalen Handelsschranken
künftig stärker entgegentreten werde. Er sprach sich für faire Wettbewerbs-
bedingungen und gegen Protektionismus im Handel aus. Er sagte zu, den von Bendix vorgetragenen Problemen nachzugehen . Er kündigte eine entsprechende Anfrage an die EU Kommission an. Der SPD Gemeindeverbandsvorsitzende Werner Preissner freute sich über die Initiative von Bernd Lange. Er schlug vor, den Dialog in absehbarer Zeit fortzusetzen.

Im Rahmen des Handelsdialogs konnten sich die Teilnehmer auch ein Bild von dem Unternehmen machen, dass mittlerweile mit 33 Ladengeschäfte über ein ansehnliches Vertriebsnetz in Deutschland verfügt. Zwei eigene Geschäfte befinden sich in den Schlossarkaden in Braunschweig und dem neuen ECE-Center in Hannover. Darüber hinaus ist das Franchise – Unternehmen heute auch in Holland vertreten. „Barrique – The famous Art of Spirit“ wurde 1977 in Hannovers Nordstadt gegründet und zog 1989 mit seiner Zentrale nach Groß Lobke um. Er ist Spezialist für lose Destillate, Liköre, Essige, Öle und Feinkost, mediterranen Ursprungs.

Mit einer Lagerstellfläche für über 80.000 Europaletten in Lühnde, der Flaschenabfüllung und den Feinkost - Produktionsstätte am Sitz der Zentrale in Groß Lobke ist Barrique mit seinen 50 Arbeitsplätzen (davon 10 Ausbildungsplätze) einer der wichtigsten Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Gemeinde Algermissen.



Barrique Foto 2 Web


 

2 Kommentare zu Unternehmensbesuch bei "Barrique"


Darius Cahnbley

1

am 06. Mai 2010 um 22:44 Uhr

Hallo Herr Lange,

ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Engagement gegen nationale Handelsbeschränkungen, die nicht nur beim Whisky aus Schottland zu beobachten sind.

Sollte nicht die EU ein Gebiet mit freiem Warenverkehr sein, nicht zuletzt um aller Welt zu zeigen, dass sich Staaten zusammenschließen und sich friedlich zu aller Vorteil weiter entwickeln können? Dass das Gegenteil mittlerweile allzu häufig der Fall ist, lässt sich tatsächlich sehr gut am Beispiel „Whisky“ verfolgen.

Wo bitte soll der Vorteil sein, wenn nun der auf Millionen von Flaschen abgefüllte Whisky um die ganze Welt geschippert wird, nur damit er in Schottland abgefüllt worden ist?

Lassen wir den Umweltaspekt beiseite und denken an die Importeure, die das Produkt Whisky aus Fässern im jeweiligen Land abfüllen lassen und dadurch Arbeitsplätze sichern. Nur durch diese unanhängigen Importeure ist überhaupt gewährleistet, dass der Whisky-Fan an Abfüllungen bestimmter Destillerien gelangen kann, die sonst oft nicht erhältlich sein und in einem Main-Stream-Verschnitt der wenigen großen tonangebenden Konzerne untergehen würden.
Und machen wir uns doch nichts vor, in Schottland werden die allermeisten Whiskyfässer in Industriegebieten in riesigen Lagerhallen gelagert. Die geschmacksgebende Komponente ist die Qualität der Destillerie und das Holzfass, in dem der Whisky gelagert wird.
Hier ist knallhartes Gewinndenken, das auf der Krücke des Protektionismus daher kommt, angesagt.
Ein unbekannter User aus einem Whiskyforum schrieb dazu: „Gerste aus Pakistan, Hefe aus Frankreich, Holz aus USA, Sherry aus Spanien, Wasser aus England, Zuckerkulör aus Belgien... Hauptsache, in Schottland in Flaschen aus Italien abgefüllt und in Pappschachteln aus China gesteckt.“

Herr Lange, ich kann Ihnen nur wünschen: Bohren Sie dicke Bretter!

Viele Grüße von
Darius Chanbley


Hans Josef Beutler

2

am 09. März 2010 um 19:03 Uhr

Hallo Herr Lange,
ein interessantes Thema, dass Sie da besprochen haben.
Wenn man mal genauer hinschaut, dann erkennt man, dass sich die Engländer/Schotten und auch Iren nicht ganz zu Unrecht gegen die Abfüllung ihrer "Spezialität" Whisky in anderenLändern wehren. Denn wenn die Fässer ausserhalb der Erzeugerländer gehandelt/abgefüllt und gelagert werden, dann kann es gut sein das so ein Fass mehrerere Jahre rumvagabundiert, in muffigen Kellerräumen rumsteht, bei Brokern oder Aufkäufern und dann irgendwann in Flaschen oder im Lose-Verkaf beim Kunden landet. Und zwischen einer Lagerung in der Destille(z. B. Seeluft, gut gelüftet, regelmäßig kontrolliert, usw.) und einer oben beschriebenen besteht ein großer Unterschied. Den würde man im direkten Vergleich auch geschmacklich erkennen. Insbesondere die Altersangabe in Verbindung mit dem Destillerienamen ist dann für den Verbraucher ja auch irreführend/falsch. Aber wer würde schon einen Whisky kaufen auf dem deklariert ist: 8 Jahre Bowmore, dann 4 Jahre Kleinenbroich (oder so).
Ich kann den Wunsch der Herstellerländer nachvollziehen und wünsche mir als Whiskyfreund immer echte Angaben (schließlich zahl ich dafür ja auch hohe Preise).
Soweit meine Anmerkungen.
Mit freundlichen Grüßen.

Hans Josef Beutler


 

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