Wie sieht ein Praktikum im Büro von Bernd Lange aus?

 
Foto: H. Kühn
 

Bericht von Hannes Kühn

 

Mein Praktikum im Europäischen Parlament

Ich bin Hannes Kühn, 25 Jahre alt, und komme aus Sievershausen in der Region Hannover. Nach meinem Studium im Fach Politik und Wirtschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hatte ich in den vergangenen 8 Monaten die Möglichkeit, ein Praktikum im Büro von Bernd Lange in Brüssel zu absolvieren.

Mein inhaltlicher Schwerpunkt hierbei lag auf Europäischer Industriepolitik. Bernd Lange ist neben seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel auch stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Industrie, Energie und Forschung. Die zwei wesentlichen Themen waren daher, Gesetzesentwürfe zur Digitalisierung und zu erneuerbaren Energien zu verfolgen. Hierzu gehört zunächst einmal die Teilnahme an den Ausschusssitzungen sowie den Arbeitsgruppen der Fraktion. Protokolle anfertigen, Themenschwerpunkte sondieren, Gespräche mit Vertreter_innen von verschiedensten Interessensverbänden begleiten und letztlich an der Aufstellung von Änderungsanträgen mitarbeiten – das waren meine wesentlichen Aufgaben hierbei.

Außerdem konnte ich im Bereich europäischer Kohäsionspolitik ebenfalls neue Einblicke erhalten. Im vergangenen Jahr habe ich meine Bachelorarbeit über die Europäische Strukturpolitik in Niedersachsen verfasst. Es war spannend zu sehen, wie und mit welchen Schwerpunkten die Planung für die kommende Förderperiode auf europäischer Ebene diskutiert wird. Da Bernd Lange in der Vergangenheit diese Thematik aktiv begleitet hat, gab es auch mir die Möglichkeit, über diese Prozess zu verfolgen.

Ich habe darüber hinaus die Gelegenheit erhalten, diverse Artikel für den Newsletter „Europa Info“ von Bernd Lange zu schreiben, Übersetzungen sowie Entwürfe für andere Veröffentlichungen und Pressemitteilungen  vorzubereiten. Eine wesentliche Praktikantentätigkeit war daher auch die Beantwortung von Anfragen, die das Büro insbesondere von Bürger_innen aus Niedersachsen erhält. Dies bot mir eine gute Gelegenheit, mich in vielfältige Themen europäischer Politik einzuarbeiten und dadurch eine fokussierte Arbeitsweise zu erlangen.

Viel Freude hat es mir bereitet, die Besuchergruppen von Bernd Lange zu betreuen. Ob die organisierten Gruppen des ver.di Bildungswerkes Lüneburg, Schulklassen aus Niedersachsen, der Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages, Delegationen von Verbänden oder Gewerkschaften. Es war wirklich eine gute Gelegenheit, um vielen insbesondere jungen Menschen einen kurzen, praktischen und individuellen Einblick in die Arbeit eines Europaparlamentariers, die parlamentarische Arbeit  und die Europäische Union im Allgemeinen zu geben.

Darüber hinaus habe ich an verschiedenen Veranstaltungen im Europäischen Parlament mitgearbeitet und teilgenommen. Bernd Lange hat die „Historic Vehicle Group“ – die Interessensgruppe für Oldtimer – im Europäischen Parlament gegründet. Die Treffen dieser Gruppe und andere Events konnte ich inhaltlich und organisatorisch betreuen, was mir viel Spaß gemacht hat. Außerdem gab mir dies einen guten Einblick in den Bereich der Veranstaltungsorganisation - von den Einladungen über Teilnehmerlisten bis hin zum Protokoll  - und ich konnte viele Dinge lernen.

Natürlich gehörten aber auch alltägliche Büroaufgaben in meinen Zuständigkeitsbereich. Die Termin-und Bürokommunikation in Brüssel stand hierbei an erster Stelle. Gemeinsam mit meiner Kollegin Johanna Klingbeil konnte ich in den vergangenen Monaten außerdem den Facebook-Auftritt von Bernd Lange redaktionell betreuen.

Ein Highlight meines Praktikums waren aber definitiv die Reisen zu den Sitzungswochen nach Straßburg. Auch wenn ich, wie die Mehrheit des Europäischen Parlaments, davon überzeugt bin, dass der faktische Doppelsitz des Parlaments nicht wirklich die sinnvollste Lösung darstellt, war es großartig hier am Puls der Europäischen Politik dabei zu sein zu können.

Ich habe Brüssel und das Europäische Parlament zur Sommerpause verlassen und beginne jetzt meinen Master in European Studies an der Universität Passau. Viele neue Eindrücke aus dem Bereich europäischer Politik, über die Sozialdemokratie und über die Arbeit politischer Referent_innen nehme ich für meine Zukunft daher mit.

Mein großer Dank gilt Bernd Lange sowie den beiden Teams in Brüssel und Hannover für alle Einblicke, Möglichkeiten und das Vertrauen in den vergangenen Monaten!