Wie funktioniert die Europäische Union?

 

Foto Flagge EU

Foto: European Union 2014 - EP

Die Europäische Union (EU) hat Menschen und Staaten zusammen geführt und ist eine stabile Friedensmacht. Die EU steht für gemeinsame Grundwerte, ist gelebte Demokratie und gehört zu unserem Alltag.

Die EU besteht aus insgesamt 28 Mitgliedstaaten und ist weit mehr als eine internationale Organisation. Die EU ist weltweit einzigartig und hat ein halbes Jahrhundert für Stabilität, Frieden und Wohlstand gesorgt.
Sie hat dazu beigetragen, den Lebensstandard zu heben, einen gemeinsamen europäischen Markt geschaffen, die gemeinsame europäische Währung, den Euro eingeführt und der Stimme Europas in der Welt stärkeres Gewicht verliehen.

Historisch gesehen war die Entstehung der heutigen EU die Folge des Zweiten Weltkriegs.
Der Gedanke der europäischen Integration sollte verhindern, dass Europa jemals wieder von Krieg und Zerstörung heimgesucht wird. In einer Rede am 9. Mai 1950 sprach sich Robert Schuman, damaliger französischer Außenminister, erstmals für diese Integration aus. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen EU und wird jährlich als Europatag gefeiert.

Das institutionelle System der EU besteht aus insgesamt fünf Organen jeweils mit spezifischen Aufgaben:

Europäisches Parlament (gewählt von der Bevölkerung der Mitgliedstaaten)

Rat der Europäischen Union (Vertretung der Regierungen der Mitgliedstaaten)

Europäische Kommission (Motor und ausführendes Organ)

Europäischer Gerichtshof (gewährleistet die Einhaltung der Rechtsvorschriften)

Europäischer Rechnungshof (kontrolliert die nachhaltige und rechtmäßige Verwaltung des EU-Haushalts)

Diese Organe werden durch sechs weitere wichtige Einrichtungen ergänzt:

Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss (vertritt die Standpunkte der organisierten Bürgergesellschaft in wirtschaftlichen und sozialen Belangen)

Ausschuss der Regionen (vertritt die Interessen regionaler und örtlicher Behörden)

Europäische Zentralbank (ist für Geldpolitik und für den Euro zuständig)

Europäischer Bürgerbeauftragter (setzt sich mit Beschwerden der Bürger über Missstände in der Verwaltung bei beliebigen Organen oder Stellen der EU auseinander)

Europäische Investitionsbank (trägt durch die Finanzierung von Investitionsprojekten zur Umsetzung der Ziele der EU bei)

Europarat (hat die Aufgabe, einen engeren Zusammenschluss unter seinen Mitgliedern zu verwirklichen)

Außerdem umfasst das System verschiedene Einrichtungen und sonstige Stellen.

Ein historischer Rückblick

Jahrhundertelang war Europa regelmäßig Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte man zu der Überzeugung, dass die wirtschaftliche und politische Einigung Europas die einzige Möglichkeit zur Sicherung eines dauerhaften Friedens zwischen ihren Ländern sei. 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman den Zusammenschluss der westeuropäischen Kohle- und Stahlindustrie vor. 1951 gründeten Belgien, Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Italien und die Niederlande die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Die Befugnis, Entscheidungen über die Kohle- und Stahlindustrie in diesen Ländern zu fällen, hatte ein unabhängiges übernationales Gremium. Der erste Präsident dieser Behörde war Jean Monnet.

Nach wenigen Jahren wurden weitere Bereiche in die EGKS integriert. So wurde im Jahr 1957 der Vertrag von Rom unterzeichnet und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. 1967 wurden die Organe der drei Europäischen Gemeinschaften EGKS, EURATOM und EWG miteinander vereinigt. Seither gibt es eine gemeinsame Kommission, einen gemeinsamen Ministerrat sowie das Europäische Parlament. Der Vertrag von Maastricht führte im Jahr 1992 zu neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Mitgliedstaaten. Durch die Einbeziehung dieser intergouvernementalen Zusammenarbeit in das bestehende "Gemeinschaftssystem" begründete der Vertrag von Maastricht die Europäische Union.

Der Binnenmarkt: Abbau der Grenzen

Im Jahr 1993 wurde der Binnenmarkt der EU geschaffen. Der Binnenmarkt ermöglicht einen freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. So wurde es für die EU-Bürger_innen zunehmend leichter, durch Europa zu reisen, da an den meisten EU-Binnengrenzen keiner Pass- oder Zollkontrolle mehr stattfand. Der Binnenmarkt ist der Wirtschaftsmotor der EU.

Die einheitliche Währung: der Euro

Im Jahr 1992 wurde die Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) beschlossen. Dies bedeutete die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung unter der Aufsicht einer europäischen Zentralbank. Die einheitliche Währung, der Euro, wurde am 1. Januar 2002 eingeführt. Euro-Banknoten und -Münzen ersetzten die nationalen Währungen in heute 19 der 28 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei, Estland, Lettland, Litauen und Finnland).

Europa wächst zusammen

Aus der 1957 gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) von zunächst sechs Staaten ist die EU mit 28 Mitgliedstaaten und mehr als 500 Millionen Bürger_innen geworden. Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich traten 1973 bei, gefolgt von Griechenland 1981, Spanien und Portugal 1986 sowie Österreich, Finnland und Schweden 1995. Seit 2004 gehören die Länder Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien ebenfalls zur EU. Bulgarien und Rumänien, wurden am 01.01.2007 als neue Mitglieder der EU begrüßt. Das jüngste Mitglied ist seit dem Jahr 2014 Kroatien.

Textquelle: http://europa.eu/index_de.htm

 

Weitere Informationen

 

Die EU heute - eine Übersicht

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Europa - 1,2,3 einfach geklärt

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Europa - 1,2,3 einfach geklärt PDF 119 KB