Besuch der IGS Roderbruch

 

Anlässlich des Europatages und des EU-Schulprojekttages diskutierte der Europaabgeordnete Bernd Lange mit Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs der IGS Roderbruch in Hannover über aktuelle europäische Themen.

Ca. 100 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs versammelten sich in der Aula der IGS Roderbruch, um den Europaabgeordneten Bernd Lange zwei Stunden lang zu aktueller Europapolitik zu befragen. Als wichtigstes Thema stand zunächst die Griechenlandkrise im Vordergrund. Lange sprach sich für die Beaufsichtigung von Ratingagenturen aus. Diese könnten losgelöst von internationaler Kontrolle immense Schäden verursachen, wie das Beispiel Griechenland zeigt. Für Lange ist die Solidarität mit dem angeschlagenen Mittelmeerstaat die einzige Option. Hierbei kritisierte er auch die zum Teil populistische Berichterstattung in den deutschen Medien. Nach Meinung Langes, wird Griechenland nicht pleite gehen. In den aktuellen Protesten in Athen sieht er bisher kein großes Gefährdungspotential, da sie lediglich von einem kleinen Teil der Bevölkerung getragen werden.

Das zweite von den Schülern angesprochene Thema waren die unterschiedlichen Lebensverhältnisse innerhalb der EU und wie diese überwunden werden können. Hierbei verwies Lange auf Polen und Irland, die seit ihres Beitritts zur Union eine beeindruckende Entwicklung gemacht hätten. Insbesondere Irland habe sich vom ehemaligen Armenhaus mit hoher Auswandererquote zu einem prosperierenden Mitgliedstaat entwickelt.
Lange wies darauf hin, dass es auch in Niedersachsen strukturschwache Regionen gebe, die von den Fördermitteln der EU profitierten. So seien die Regionen Lüchow-Dannenberg und der Südharz stark betroffen vom Bevölkerungsrückgang und hoher Arbeitslosenquote.

Auf großes Interesse bei den Schülern stieß das Thema länderübergreifender, sozialer Projekte. Hierbei verwies Lange auf die Bedeutung europäischer Austauschprogramme für Schüler und Studenten. Diese seien wichtig für die Bildung einer gemeinsamen europäischen Identität als wichtigem Pfeiler der EU. Applaus erntete er durch die von ihm geübte Kritik an der deutschen Bildungspolitik, insbesondere an die der niedersächsischen Landesregierung.

Abschließend stand das Thema Migrations- und Flüchtlingspolitik auf der Tagesordnung. Es müsse ein einheitliches Asylrecht geben, so Lange. Aufgrund eigener Erfahrungen von jahrhunderte langer Verfolgung und Vertreibung in Europa, sollte die EU ein grundlegendes Asylrecht gewähren. Deutschland sei mittlerweile ein Einwanderungsland. Für Lange kann ein Mensch weder illegal sein, noch hängt seine Würde von einem Pass ab. Alleine in Hannover gebe es 10.000 sogenannter „Illegaler“, deren prekäre Lebensumstände durch eine Legalisierung ihres Aufenthaltes ein Ende bereitet werden sollten. Applaus erntete er bei der Forderung, Europa nicht zu einer Festung zu machen, sondern stattdessen die Gründe für Flucht und Vertreibung in den Herkunftsländern der Vertriebenen zu bekämpfen.

Lange beendete die Veranstaltung mit dem Plädoyer, die europäischen Werte zu bewahren, anstatt immer über mögliche Kosten zu streiten. Schließlich sei die Europäische Union seit nunmehr 60 Jahren Garant für Frieden und Wohlstand in Europa.