Faire Kleidung für nachhaltige Entwicklung

 

Europäische Strategie für bessere Produktionsstandards in der Textilindustrie

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft tauschen sich wenige Tage nach dem
dritten Jahrestag des Einsturzes der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch in Brüssel über
nachhalte Produktionsbedingungen von Textilien aus.


"Faire Preise müssen endlich zur Normalität werden", fordert der Entwicklungspolitiker und SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz anlässlich der Konferenz der EU-Kommission. "An den Waren
müssen die Beschäftigten mitverdienen! Nur so eröffnen sich den Menschen vor Ort bessere
Perspektiven. Im gewichtigen Textilbereich haben nur europaweite Standards eine Chance auf
Umsetzung - das eröffnet uns die Möglichkeit, Druck auf die Hersteller auszuüben. Dafür
müssen wir ressortübergreifend zusammenarbeiten - gemeinsam mit dem Handels- und dem
Beschäftigungsausschuss im Europaparlament. Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt, die
weltweit geltenden nachhaltigen Entwicklungspolitischen Ziele 2030 umzusetzen."

Der Vorsitzende des Handelsausschusses und SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange ergänzt:
"Fundamentale Arbeitnehmerrechte müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelten.
Die schrecklichen Ereignisse in Bangladesch haben gezeigt, wie groß die Diskrepanz zwischen
guten Absichten und der Realität ist. Wir brauchen ein effektives, transparentes System."

Das Europäische Parlament soll bei der Initiative der Kommission eine unterstützende Rolle
einnehmen und gleichzeitig die Vorschläge der Kommission überprüfen. Arne Lietz: "Unser Ziel
ist ehrgeizig: Langfristig müssen wir alle in der EU tätigen Unternehmen dazu verpflichten, ihre
Wertschöpfungsketten nachvollziehbar zu machen - und zwar ab der Baumwollproduktion. Wir
wollen den Beschäftigten menschenwürdige Arbeitsbedingungen und den Verbrauchern fair produzierte Kleidung garantieren. Daraufhin müssen wir die bereits bestehende Entwicklungsarbeit neu ausrichten."