Peiner Schüler diskutieren mit Politikern

 
 

Mit einer Podiumsdiskussion bereiten sich Schüler der IGS und Berufsbildenden Schulen in Vöhrum auf die Europawahl. Regionale Politiker stellten sich den kritischen Fragen der Jugendlichen.

 

Peine

Wenn am 26. Mai das neue europäische Parlament gewählt wird, gehen etliche wahlberechtigte Schüler der IGS und der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum nicht unvorbereitet an die Urne. Im Rahmen der sogenannten Juniorwahlen, einem Projekt zur politischen Bildung, befassen sie sich bereits im Vorfeld mit der Politik und haben sogar die Möglichkeit, sich in der Woche vom 20. bis zum 24. Mai die Wahlen zu simulieren und im Nachhinein mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen zu vergleichen.

Podiumsdiskussion mit Politikern

Am Donnerstag fand nun in einer gemeinsamen Veranstaltung von IGS und BBS eine Podiumsdiskussion statt. Eingeladen dazu waren der Peiner Landtagsabgeordnete Christoph Plett (CDU), der langjährige Europaabgeordnete Bernd Lange (SPD), der regionale Kandidat der FDP, Max Weitemeier, und Heiko Sachtleben, Kreistagsabgeordneter der Grünen und Mitglied des Landesvorstands seiner Partei.

Bereits in ihrer Begrüßung machte Maria Zerhusen, Leiterin der BBS, für ihre Schule deutlich: „Wir wollen nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auf das Leben vorbereiten. Und da sind Wahlen ein wesentlicher Bestandteil, da es um die Gestaltung der Zukunft geht.“ Ihre Kollegin Ulla Pleye, Rektorin der IGS ergänzte, dass ihre Schule offen, politisch und manchmal ein bisschen frech sei und nicht immer alles abnicke, sondern sich auch kritisch einmische. Dies möchte sie auch ihren Schülern mit auf den Weg geben, und eine solche Veranstaltung biete eine gute Grundlage dazu.

Klimawandel, Brexit und Jugendarbeitslosigkeit wurden hinterfragt

Nachdem die Schüler beider Schulen die Kandidaten der Podiumsdiskussion vorgestellt hatten, mussten diese sich den teils recht offenen und kritischen Fragen stellen. So war das erste Thema die Klimapolitik, unter anderem baten die Schülerinnen Thea Liebich und Lea Wiedera um eine Stellungnahme zum Kohleausstieg und stellten die Frage, was sich für die Parteien seit dem öffentlichen Auftreten der Klimaaktivistin Greta Thunberg geändert habe. Bereits hier gab es kontroverse Meinungen, einig waren sich die Politiker jedoch darin, dass dringender politischer Handlungsbedarf besteht.

Wenig zurückhaltend mit ihren Fragen waren auch die angehenden Industriekaufleute Alina-Christin Hansen und Ibrahim-Can Sönmez. Sie hinterfragten die europäische Finanzpolitik und wollten von den Politikern wissen, welche Auswirkungen ein möglicher Brexit für Europa, aber auch für Deutschland konkret habe. Weitere Themenrunden beschäftigten sich schließlich noch mit der Migrationspolitik, dem Mindestlohn, der Jugendarbeitslosigkeit und letztendlich der Zukunft Europas.

Von Antje Ehlers