Hannover: Langensiepen und Lange gewählt

 
 

Mit einem deutlichen Sieg in der Stadt war zu rechnen – aber auch in der Region sind die Grünen erstmals stärkste Kraft. Dazu die vorläufigen Endergebnisse der gesamten Region Hannover und des Stadtgebietes. „Was wir erleben, ist eine große Katastrophe“, gibt der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange zu. Persönlich könne er zufrieden sein: „Ich bin drin und werde mich weiter um Wirtschaft und Klimaschutz kümmern.“ Lange stand auf Platz 6 der Liste.

 

Hannover

Mit Listenplatz 9 war Katrin Langensiepen der Einzug ins Europaparlament schon sicher. Trotzdem hat die Grüne aus Linden bei der Stimmauszählung Schnappatmung bekommen. „Wahnsinn“, jubelte sie. „Wir sind hier die stärkste politische Kraft.“ Für die Stadt Hannover war das vorhersehbar – aber auch in der Region sind die Grünen nach Stand der Auszählungen um 21.45 Uhr in der Wählergunst auf Platz 1 gelandet. Sowohl SPD als auch CDU haben deutliche Verluste hinnehmen müssen. „Was wir erleben, ist eine große Katastrophe“, gibt der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange zu. Persönlich könne er zufrieden sein: „Ich bin drin und werde mich weiter um Wirtschaft und Klimaschutz kümmern.“ Lange stand auf Platz 6 der Liste.

Keine klare Botschaft

Dass die SPD sowohl im Bund wie auch in der Region Wähler verlor, liegt nach Ansicht des 63-Jährigen daran, dass es an „Klarheit der Botschaft“ gefehlt habe und am Vertrauen, dass Versprechen umgesetzt würden. Meldungen über Putschversuche in der Bundestagsfraktion oder der angekündigte Rückzug Sigmar Gabriels aus dem Bundestag hätten zusätzlich die Stimmung belastet. Das werden wohl auch die Themen sein, die am Montag in der ersten Sitzung mit dem Parteivorstand zu diskutieren sind.

Langensiepen, bislang Ratsfrau in Hannover, reist am Dienstag nach Brüssel: „Erst mal die Wohnung angucken, die ich gemietet habe.“ Und dann stünden auch schon erste Sitzungen an. Die 39-jährige Fremdsprachenassistentin, die sichtbar behindert ist (sie leidet an dem genetisch bedingten TAR-Syndrom mit beidseits fehlender Speiche und Mangel an Blutplättchen) freut sich auf mehr Inklusion auch im Parlament.

„Es wird eine lange Nacht“, ahnte Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union und hiesiger Matador der Christdemokraten für Europa. Am Abend stand noch nicht fest, ob der 32-jährige aus Barsinghausen mit Platz 4 auf der Landesliste gewählt ist. „Da spielt eine große Rolle, welchen Anteil die Landesliste am Gesamtergebnis hat.“ Bislang habe Platz 4 gereicht.

Zum schlechten Abschneiden der CDU in der Region, aber auch im Bund sagt Kuban: „Andere haben die Themen gesetzt.“ Urheberrecht und Klimaschutz hätten mit Sicherheit zum großen Erfolg für die Grünen beigetragen. Die Union werde jetzt diskutieren müssen, warum „der Dreiklang Frieden – Freiheit – Wohlstand“ so wenig ankam.