"Drei Dinge führen zum Erfolg: Klarheit, Geschlossenheit und die Umsetzung von Versprechen"

 
 

Nach dem angekündigten Rücktritt von SPD-Chefin Andreas Nahles reagieren Parteimitglieder aus Hannover entsetzt. Kritik gibt es vor allem an der Parteispitze. Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange hält den Rücktritt von Andrea Nahles vom Partei- und Fraktionsvorsitz der SPD für einen Fehler. "Wir wollten Klarheit über unsere Zielvorstellungen, wir wollten über Inhalte reden", sagt er. Der Rücktritt helfe nicht weiter, er verschärfe die Diskussion um die Partei nur noch.

 

Hannover

Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange hält den Rücktritt von Andrea Nahles vom Partei- und Fraktionsvorsitz der SPD für einen Fehler. "Wir wollten Klarheit über unsere Zielvorstellungen, wir wollten über Inhalte reden", sagt er. Der Rücktritt helfe nicht weiter, er verschärfe die Diskussion um die Partei nur noch. "Drei Dinge führen zum Erfolg: Klarheit, Geschlossenheit und die Umsetzung von Versprechen, in allen drei Punkte haben wir Defizite", sagte er der NP. "Jetzt die Messer rausholen, verschärft die Lage nur."

Ist Stephan Weil der Richtige für Berlin?

Auf die Frage, ob Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den Parteivorsitz übernehmen solle, sagte Lange: "Ich schätze Stephan Weil sehr, er macht einen tollen Job in Niedersachsen. Den Parteivorsitz zu haben ohne in Berlin vor Ort zu sein, ist schwierig." Daran sei schon Kurt Beck gescheitert.

Kirci ist sauer auf die Spitze

SPD-Landtagsabgeordneter Alptekin Kirci ist sauer auf die "Entsolidarisierung der SPD-Spitze in Berlin". "Wenn die so weiter machen, ist die SPD im freien Fall". Die "Sprücheklopfer", die Nahles und zuvor auch Martin Schulz das Leben schwer gemacht hätten, sollten jetzt "gemeinsam Verantwortung übernehmen", sagte er mit Blick auf SPD-Spitzenmänner wie Johannes Kahrs, Sigmar Gabriel und Olaf Scholz. "Aber Scholz soll die SPD nicht übernehmen, dann landen wir bei der Fünfprozenthürde, dann wären wir nur noch Klientel-Partei", sagte er zu NP. Die Losung "Inhalte zuerst" könne er nicht mehr hören. "Wir haben Inhalte." Das Problem sei der fehlende Zusammenhalt in Berlin. "Wenn wir uns nicht ändern, war es das." Dabei würde die Sozialdemokratie dringend gebraucht. "Aber nicht mit einem Teil der alten Garde in Berlin, die ab Kurt Beck die Parteichefs scheitern ließ." Kirci forderte eine Urwahl für die Parteispitze, „wie wir das 2011 in Niedersachsen gemacht haben“. Damals siegte Stephan Weil im Rennen mit Olaf Lies, dem heutigen Umweltminister.

Von Petra Rückerl